Kinder & Familie4 Min. Lesezeit

Kind mit Asthma in Kita und Schule: Notfallplan, Spacer und Sport

Tatjana Gareis

Tatjana Gareis

Apothekerin

Kind mit Asthma in Kita und Schule

Kurz gesagt

Damit ein Kind mit Asthma in Kita und Schule gut versorgt ist, braucht die Einrichtung einen schriftlichen Asthma-Notfallplan aus der Kinderarztpraxis, das Bedarfsspray mit passender Inhalierhilfe und eine kurze Einweisung der Betreuungspersonen. Sport ist ausdrücklich erwünscht – mit gut eingestelltem Asthma kann das Kind fast immer mitmachen.

Das erste Gespräch mit Kita oder Schule

Viele Eltern zögern, die Diagnose anzusprechen. Doch Erzieherinnen und Lehrkräfte können nur helfen, wenn sie Bescheid wissen. Ein ruhiges Gespräch vor dem ersten Tag oder zu Beginn des Schuljahres nimmt allen Beteiligten die Unsicherheit.

Erklären Sie kurz, wie sich ein Anfall bei Ihrem Kind zeigt: Hustet es eher, wird es still, pfeift die Atmung? Jedes Kind reagiert anders. Diese persönlichen Zeichen sind für die Betreuung oft wertvoller als allgemeine Beschreibungen.

Der Asthma-Notfallplan gehört schriftlich in die Einrichtung

Den Notfallplan stellt die Kinderarztpraxis aus. Er beschreibt, welches Spray in welcher Situation gegeben wird, wie viele Hübe, mit welchem Abstand und ab wann der Rettungsdienst gerufen werden muss. Die Einrichtung sollte ein Exemplar an einem festen, bekannten Ort aufbewahren.

Hängen Sie Ihre Telefonnummern dazu und aktualisieren Sie den Plan, sobald sich an der Behandlung etwas ändert. Bei Atemnot, die sich mit dem Bedarfsspray nicht bessert, gilt immer: sofort den Notruf 112 wählen.

Zum Ausprobieren

Übergabe an Kita oder Schule

0 von 9 erledigt

Unterlagen

Ausstattung

Absprachen

Eine Hilfe zur Vorbereitung. Was im Notfall zu tun ist, legt der schriftliche Plan Ihrer Kinderarztpraxis fest.

Bedarfsspray und Inhalierhilfe in der Einrichtung

Am besten bleibt ein eigenes Bedarfsspray mit Inhalierhilfe dauerhaft in Kita oder Schule, zusätzlich zu dem Spray für zu Hause. Kleine Kinder brauchen meist eine Kammer mit Maske, Schulkinder kommen oft mit Mundstück zurecht.

Zeigen Sie den Betreuungspersonen einmal, wie die Kammer aufgesteckt wird und wie Ihr Kind daraus atmet. Das dauert wenige Minuten. Kontrollieren Sie in regelmäßigen Abständen das Haltbarkeitsdatum und den Füllstand des Sprays in der Einrichtung – dort gerät es leicht in Vergessenheit.

Sport, Toben und Ausflüge

Bewegung tut Kindern mit Asthma gut und stärkt die Ausdauer. Ein Attest zur Befreiung vom Sportunterricht ist bei gut eingestelltem Asthma in aller Regel nicht nötig. Hilfreich sind ein ruhiges Aufwärmen und die Erlaubnis, jederzeit eine Pause zu machen.

Hat die Arztpraxis vor dem Sport ein Spray verordnet, gehört das in den Plan. Bei Ausflügen, Klassenfahrten und Schwimmbadbesuchen wandert das Bedarfsspray mit – in der Tasche einer Betreuungsperson, nicht im Bus oder im Klassenzimmer.

Mit dem Alter selbstständiger werden

Je älter Kinder werden, desto mehr können sie selbst übernehmen: das eigene Spray dabeihaben, Warnzeichen erkennen und Bescheid sagen. Üben Sie das zu Hause spielerisch, etwa mit der Frage: Was machst du, wenn du schlecht Luft bekommst?

Gerade in der Pubertät wird die Behandlung manchmal lästig. Ein offenes Gespräch und kurze, alltagstaugliche Routinen helfen mehr als Ermahnungen.

Auslöser im Kita- und Schulalltag

Neben Infekten können auch kalte Luft, Staub beim Aufräumen, Tierkontakt oder starke Pollenbelastung Beschwerden auslösen. Teilen Sie der Einrichtung mit, worauf Ihr Kind reagiert. Ein Hinweis auf dem Notfallplan reicht oft schon aus.

Bei Haustieren im Klassenzimmer, beim Basteln mit stark riechenden Materialien oder bei Ausflügen auf den Bauernhof hilft eine kurze Absprache vorab. So muss Ihr Kind nicht ausgeschlossen werden, und alle wissen, worauf sie achten können.

Beim Wechsel in eine neue Einrichtung

Kommt Ihr Kind in eine neue Gruppe, Klasse oder Schule, beginnen die Absprachen von vorn. Planen Sie dafür ein kurzes Gespräch mit den neuen Betreuungspersonen ein und geben Sie den aktuellen Notfallplan mit. Auch Vertretungskräfte und das Personal der Nachmittagsbetreuung sollten wissen, wo Spray und Plan liegen.

Häufige Fragen

In einer Notfallsituation ist Hilfe immer erlaubt und geboten. Für die regelmäßige Gabe treffen Eltern und Einrichtung eine schriftliche Absprache. Wie das in Ihrer Kita in Jülich geregelt ist, klären Sie am besten direkt mit der Leitung.

Ja, sehr gern – am besten zusammen mit Ihnen. Kinder ab sechs Jahren können auch die Inhalationsschulung als Kassenleistung nutzen, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.

Das ist sehr praktisch, weil die Kammer dann nicht täglich hin- und hergetragen werden muss. Ob die Krankenkasse eine zweite übernimmt, hängt von der Verordnung ab.

Bedarfsspray, Dauermedikamente, Inhalierhilfe, eine Kopie des Notfallplans und Ihre Telefonnummer. Wir helfen Ihnen in Jülich gern beim Zusammenstellen.

Quellen

Fachliche Prüfung durch Tatjana Gareis ausstehend · Stand: Oktober 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Gut vorbereitet in den Alltag

Mit Tatjana Gareis persönlich besprechen

Wir üben mit Ihrem Kind und Ihnen gemeinsam – kindgerecht und in Ruhe.

Einfach vorbeikommen

Kleine Kölnstr. 16, 52428 Jülich

Mo–Fr 08:00–18:30 · Sa 08:00–13:00

Parkplatz vor der Tür, barrierefrei

Route planen

WhatsApp schreiben

Schreiben Sie uns Ihre Frage – wir antworten während der Öffnungszeiten.

Chat öffnen

Rückruf oder Termin

Wir rufen Sie zurück und stimmen einen Gesprächstermin mit Ihnen ab.

Rückruf anfragen

Ihre Anfrage wird als E-Mail vorbereitet – noch keine feste Buchung.

Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Behandlung.