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Glukosesensor wechseln: So hält er sicher die ganze Tragezeit

Eva Schraut
Fachapothekerin für Allgemeinpharmazie · Schwerpunkt Diabetes

Kurz gesagt
Ein Glukosesensor hält am besten auf sauberer, trockener und fettfreier Haut an einem für Ihr Modell zugelassenen Trageort. Ein zusätzliches Fixierpflaster hilft bei Sport und Hitze. Weil der Sensor im Gewebe misst, kann sein Wert dem Blutzucker etwas hinterherlaufen – passen Beschwerden nicht zur Anzeige, messen Sie zusätzlich blutig.
Der richtige Trageort hängt vom Modell ab
Systeme zur kontinuierlichen Glukosemessung (CGM) sind für bestimmte Körperstellen zugelassen. Häufig ist das die Rückseite des Oberarms, bei manchen Modellen auch der Bauch oder – etwa bei Kindern – das obere Gesäß. Welche Stellen für Ihr Gerät erlaubt sind, steht in der aktuellen Gebrauchsanweisung. An anderen Stellen kann der Sensor ungenauer messen.
Meiden Sie Narben, Tattoos, Muttermale, verhärtete Stellen und Bereiche, an denen Gurte, Hosenbund oder Rucksackträger reiben. Halten Sie Abstand zu Stellen, an denen Sie Insulin spritzen oder einen Pumpenkatheter tragen. Wechseln Sie bei jedem neuen Sensor die Seite oder die Stelle.
Haut vorbereiten: sauber, trocken, fettfrei
Die meisten Sensoren lösen sich nicht wegen des Klebers, sondern wegen der Haut darunter. Waschen Sie die Stelle mit Wasser und milder Seife und trocknen Sie sie gründlich. Verwenden Sie am Tag des Wechsels dort keine Creme und kein Körperöl. Viele Hersteller empfehlen zusätzlich einen Alkoholtupfer – lassen Sie ihn vollständig trocknen.
Starke Behaarung kürzen Sie am besten am Vortag, damit die Haut nicht gereizt ist. Setzen Sie den Sensor zügig und drücken Sie das Pflaster rundherum etwa eine halbe Minute fest an. Wärme aus der Hand hilft dem Kleber.
Zum Ausprobieren
Wo darf der Sensor sitzen?
Bei vielen Systemen der zugelassene Standardort. Wenig Reibung, gut erreichbar mit Spiegel.
Immer meiden: Narben, Tattoos, Verhärtungen und Stellen, an denen Kleidung reibt.
Zugelassene Trageorte unterscheiden sich je nach Modell und Alter. Maßgeblich ist die aktuelle Gebrauchsanweisung Ihres Systems.
Sport, Duschen, Sauna: so bleibt er dran
Die meisten Sensoren sind beim Duschen und Schwimmen für eine bestimmte Tiefe und Dauer wasserfest. Die genauen Grenzen nennt der Hersteller. Tupfen Sie das Pflaster nach dem Duschen trocken, statt zu reiben. Beim An- und Ausziehen hilft es, Ärmel vorsichtig über den Sensor zu führen.
Bei Sport, Gartenarbeit oder Hitze ist ein Fixier-Overpatch sinnvoll. Er wird über das Sensorpflaster geklebt und lässt die Mitte frei. Sauna und starke Hitze können die Haltbarkeit des Klebers und die Funktion beeinträchtigen. Vor Röntgen, CT oder MRT fragen Sie nach, ob der Sensor abgenommen werden muss.
Wechselintervall: nicht verlängern
Jeder Sensor hat eine festgelegte Tragezeit, je nach System häufig zehn bis fünfzehn Tage. Danach schaltet er sich ab. Planen Sie den Wechsel so, dass er in eine ruhige Tageszeit fällt. Manche Systeme brauchen nach dem Setzen eine Aufwärmzeit, in der noch keine Werte angezeigt werden.
Hautreizungen unter dem Pflaster nehmen Sie ernst. Rötung, Juckreiz oder Bläschen sprechen für eine Reaktion auf den Kleber. Sprechen Sie uns an: Es gibt Schutzfilme und Pflaster, die die Haut entlasten.
Warum Sensorwert und Blutzucker abweichen
Der Sensor misst den Zucker in der Gewebeflüssigkeit unter der Haut, nicht direkt im Blut. Ändert sich der Blutzucker schnell, etwa nach dem Essen, beim Sport oder bei einer Unterzuckerung, zieht der Gewebewert mit einigen Minuten Verzögerung nach. Kleine Unterschiede sind deshalb normal.
Wichtig: Passen Ihre Beschwerden nicht zum angezeigten Wert, messen Sie zusätzlich mit dem Blutzuckermessgerät. Fühlen Sie sich unterzuckert, behandeln Sie die Unterzuckerung – auch wenn der Sensor noch einen normalen Wert zeigt. In den ersten Stunden nach dem Setzen sind Abweichungen häufiger.
Wann Sie zusätzlich blutig messen sollten
Ein Messgerät für den Blutzucker gehört auch mit Sensor in die Tasche. Messen Sie zusätzlich, wenn Ihre Beschwerden nicht zum Sensorwert passen, wenn der Sensor keinen Wert oder ein Warnsymbol zeigt und in den ersten Stunden nach dem Setzen, falls Ihr System das empfiehlt.
Zeigt der Sensor über längere Zeit deutlich andere Werte als das Messgerät, notieren Sie beide Werte mit Uhrzeit. So kann der Hersteller oder Ihre Praxis besser beurteilen, ob der Sensor fehlerhaft ist. Entscheidungen über Insulingaben treffen Sie in solchen Fällen nach dem Wert aus dem Blut.
Häufige Fragen
Quellen
Fachliche Prüfung durch Eva Schraut ausstehend · Stand: Oktober 2026



