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Viele Medikamente? Wann sich eine Medikationsberatung lohnt

Eva Schraut
Fachapothekerin für Allgemeinpharmazie · Schwerpunkt Diabetes

Kurz gesagt
Gesetzlich Versicherte, die dauerhaft mindestens fünf ärztlich verordnete, systemisch wirkende Arzneimittel anwenden, haben Anspruch auf eine erweiterte Medikationsberatung in der Apotheke – in der Regel einmal alle zwölf Monate und ohne Zuzahlung. Bringen Sie dazu alle Medikamente mit, auch rezeptfreie und Nahrungsergänzungsmittel.
Warum viele Medikamente einen zweiten Blick verdienen
Mit Diabetes kommen oft weitere Medikamente hinzu: gegen Bluthochdruck, für die Blutfette, für Herz oder Nieren. Dazu kommen Schmerzmittel, Magenschutz oder Präparate aus der Selbstmedikation. Fachleute sprechen ab fünf dauerhaft eingenommenen Arzneimitteln von Polymedikation.
Je mehr Medikamente zusammenkommen, desto größer ist das Risiko für Wechselwirkungen, doppelt eingenommene Wirkstoffe oder Einnahmefehler. Manchmal verschreiben verschiedene Praxen unabhängig voneinander. Manchmal ist unklar, ob ein Mittel noch gebraucht wird. Eine Medikationsberatung bringt Ordnung in dieses Bild.
Typische Fragen, die dabei auftauchen: Darf ich das Schmerzmittel aus der Selbstmedikation zusammen mit meinen Blutdrucktabletten nehmen? Muss die Tablette wirklich morgens nüchtern eingenommen werden? Warum habe ich zwei Packungen mit unterschiedlichen Namen, aber demselben Wirkstoff? Genau solche Unklarheiten lassen sich im Gespräch gut klären.
Wer Anspruch hat
Die erweiterte Medikationsberatung bei Polymedikation ist eine sogenannte pharmazeutische Dienstleistung. Gesetzlich Versicherte haben Anspruch darauf, wenn sie mindestens fünf ärztlich verordnete, systemisch wirkende Arzneimittel in der Dauermedikation anwenden. Systemisch bedeutet: Der Wirkstoff wirkt im ganzen Körper, zum Beispiel Tabletten oder Spritzen – nicht etwa eine Hautcreme.
Die Beratung kann in der Regel einmal alle zwölf Monate in Anspruch genommen werden. Bei einer deutlichen Umstellung der Medikation ist sie auch früher möglich. Für Sie entstehen keine Kosten und keine Zuzahlung. Ob Sie im Einzelfall Anspruch haben, klären wir gern gemeinsam mit Ihnen.
- Gesetzlich versichert
- Mindestens fünf ärztlich verordnete, systemisch wirkende Arzneimittel
- Dauermedikation
- In der Regel einmal alle zwölf Monate
- Ohne Zuzahlung
Zum Ausprobieren
Zähl-Check: Wie viele Medikamente nehmen Sie dauerhaft?
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Ab fünf dauerhaft verordneten Arzneimitteln besteht für gesetzlich Versicherte in der Regel Anspruch. Fragen zu Ihren Medikamenten beantworten wir aber jederzeit gern.
Zählen Sie nur ärztlich verordnete Mittel, die im ganzen Körper wirken (z. B. Tabletten, Spritzen) und die Sie dauerhaft anwenden. Keine Diagnose, keine Zusage – den Anspruch klären wir im Gespräch.
Was Sie mitbringen: die „Brown-Bag“-Methode
Für das Gespräch packen Sie alle Medikamente in eine Tasche, die Sie anwenden – ein Vorgehen, das Fachleute „Brown-Bag“ nennen, nach der braunen Papiertüte. Gemeint sind wirklich alle: Tabletten, Spritzen, Tropfen, Sprays, Salben, rezeptfreie Mittel, pflanzliche Präparate und Nahrungsergänzungsmittel.
Bringen Sie auch Ihren Medikationsplan mit, wenn Sie einen haben, sowie aktuelle Arztbriefe oder Laborwerte, falls vorhanden. Je vollständiger das Bild, desto hilfreicher ist die Beratung. Sie können auch eine Angehörige oder einen Angehörigen mitbringen.
Notieren Sie sich außerdem vorab Ihre Fragen und Beschwerden. Vielleicht vergessen Sie manchmal eine Einnahme, haben Schwierigkeiten beim Teilen einer Tablette oder bemerken Schwindel nach einem neuen Mittel. Alles, was Ihnen auffällt, ist für uns wertvoll.
Wie die Beratung abläuft
Zuerst erfassen wir in einem ruhigen Gespräch alle Medikamente und fragen, wie Sie diese einnehmen. Wann nehmen Sie was? Gibt es Beschwerden, die Sie mit einem Mittel in Verbindung bringen? Kommen Sie mit dem Pen oder dem Inhalator gut zurecht?
Danach prüfen wir die Medikation in Ruhe – etwa auf Wechselwirkungen, Doppelungen, passende Einnahmezeiten und Anwendungsprobleme. In einem zweiten Gespräch besprechen wir die Ergebnisse mit Ihnen. Sie erhalten einen aktualisierten Medikationsplan. Ergeben sich Fragen zur Therapie, stimmen wir uns mit Ihrer Einwilligung mit Ihrer Arztpraxis ab. Änderungen an der Therapie entscheidet immer die Praxis.
Ihre Ansprechpartnerinnen in der Rur-Apotheke
In der Rur-Apotheke ist Apothekerin Katrin Liebert für Medikationsanalysen ATHINA-qualifiziert. Fachapothekerin Eva Schraut hat ihren Schwerpunkt bei Diabetes. Sprechen Sie uns an, wenn Sie einen Termin für eine Medikationsberatung vereinbaren möchten.
Möchten Sie vorab selbst einschätzen, ob eine Beratung für Sie sinnvoll ist, nutzen Sie unseren Medikations-Check. Er ersetzt das Gespräch nicht, hilft aber bei der Vorbereitung.
Häufige Fragen
Quellen
- ABDA – Pharmazeutische Dienstleistungen
- diabinfo.de – Medikamente bei Typ-2-Diabetes
- gesundheitsinformation.de (IQWiG) – Diabetes Typ 2
Fachliche Prüfung durch Eva Schraut ausstehend · Stand: Oktober 2026



