Ernährung & Bewegung4 Min. Lesezeit

Bewegung und Blutzucker: sicher aktiv mit Diabetes

Eva Schraut

Eva Schraut

Fachapothekerin für Allgemeinpharmazie · Schwerpunkt Diabetes

Ein Paar mittleren Alters fährt im Morgenlicht auf einem Feldweg an einem Fluss Fahrrad, von hinten gesehen

Kurz gesagt

Regelmäßige Bewegung senkt den Blutzucker und verbessert die Wirkung von Insulin. Wer Insulin oder blutzuckersenkende Tabletten wie Sulfonylharnstoffe nimmt, sollte vor und nach dem Sport messen und immer schnelle Kohlenhydrate wie Traubenzucker dabeihaben – Unterzucker kann auch Stunden später auftreten. Wie Sie Dosis oder Mahlzeiten anpassen, besprechen Sie mit Ihrer Praxis.

Warum Bewegung so wirksam ist

Arbeitende Muskeln holen sich Zucker aus dem Blut. Dafür brauchen sie während der Bewegung weniger Insulin als sonst. Zusätzlich reagieren die Körperzellen nach regelmäßigem Training empfindlicher auf Insulin. So kann Bewegung den Blutzucker nicht nur kurzfristig, sondern auch langfristig verbessern.

Hinzu kommen Vorteile für Herz, Kreislauf, Blutdruck, Gewicht und Stimmung. Es muss dafür kein Leistungssport sein. Jeder Schritt zählt: Treppe statt Aufzug, mit dem Rad zum Einkaufen, nach dem Essen eine Runde um den Block. Wichtig ist, dass die Bewegung zu Ihnen passt und Ihnen Freude macht – nur dann bleibt man dabei.

Unterzucker vorbeugen: messen und Traubenzucker dabeihaben

Wer Insulin spritzt oder Tabletten nimmt, die die Insulinausschüttung anregen, kann bei Bewegung in einen Unterzucker rutschen. Das gilt besonders bei ungewohnter, langer oder intensiver Aktivität. Auch Gartenarbeit, Umzugskisten tragen oder ein langer Stadtbummel zählen dazu.

Messen Sie deshalb vor der Bewegung und danach. Haben Sie einen Sensor, behalten Sie den Verlauf im Blick. Tragen Sie immer schnell wirkende Kohlenhydrate bei sich, zum Beispiel Traubenzucker. Und denken Sie daran: Die Muskeln füllen ihre Speicher noch Stunden nach dem Sport wieder auf. Ein Unterzucker kann deshalb auch am Abend oder in der Nacht auftreten.

  • Vor und nach der Bewegung messen
  • Traubenzucker in die Tasche
  • Ausreichend trinken
  • Bei längeren Touren jemanden informieren
  • Anpassungen von Insulin oder Mahlzeiten nur nach Absprache mit der Praxis

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Keine Leistungsvorgabe – jede Bewegung zählt. Neue Sportarten und Anpassungen von Insulin oder Mahlzeiten besprechen Sie bitte mit Ihrer Praxis.

Dosis und Essen anpassen – nur mit Plan

Wie stark Bewegung den Blutzucker senkt, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Es hängt von der Art und Dauer der Bewegung, von der Tageszeit, vom Essen und von Ihren Medikamenten ab. Manche Menschen müssen vor dem Sport weniger Insulin spritzen oder zusätzlich etwas essen, andere nicht.

Diese Anpassungen gehören in Ihren Behandlungsplan. Besprechen Sie sie mit Ihrer Praxis, bevor Sie eine neue Sportart beginnen. Ein kleines Bewegungstagebuch mit Messwerten hilft dabei: Sie und Ihr Behandlungsteam sehen schnell, wie Ihr Körper reagiert. Ist der Blutzucker vor dem Sport sehr hoch, kann Bewegung bei Typ-1-Diabetes ungünstig sein – auch dazu gibt es Vorgaben, die Sie mit der Praxis klären.

Füße schützen: gute Schuhe, kurzer Blick danach

Bei Diabetes können Nerven in den Füßen geschädigt sein. Dann spürt man Druckstellen oder Blasen oft nicht. Tragen Sie deshalb gut sitzende Schuhe und Strümpfe ohne drückende Nähte. Gehen Sie nicht barfuß, auch nicht im Schwimmbad.

Schauen Sie sich nach der Bewegung kurz Ihre Füße an. Gibt es Rötungen, Blasen oder kleine Wunden, lassen Sie diese zeitnah ärztlich ansehen. Bestehen bereits Nervenschäden oder Durchblutungsstörungen, eignen sich schonende Aktivitäten wie Radfahren oder Schwimmen oft besser als lange Wanderungen. Was für Sie passt, besprechen Sie am besten in Ihrer Praxis.

Gut anfangen: klein starten, dranbleiben

Wer lange wenig aktiv war, sollte vor dem Start mit der Hausarztpraxis sprechen – besonders bei Herzproblemen, Bluthochdruck oder Folgeerkrankungen an Augen oder Nieren. Beginnen Sie dann mit kurzen Einheiten und steigern Sie sich langsam.

Feste Termine helfen: der Spaziergang an der Rur nach dem Mittagessen, die Radrunde am Samstag, die Gymnastikgruppe am Dienstag. Zu zweit fällt es oft leichter. Und wenn es einmal nicht klappt, ist das kein Rückschlag. Morgen ist ein neuer Tag.

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Häufige Fragen

Ja, zum Beispiel die Wege entlang der Rur und rund um den Brückenkopf-Park. Wählen Sie für den Anfang flache Strecken und nehmen Sie Traubenzucker und Wasser mit.

Wir führen Traubenzucker in verschiedenen Formen, zum Beispiel als Täfelchen oder Gel. Wir beraten Sie gern, was sich für unterwegs und für den Sport eignet.

Das hängt von Ihrer Therapie, Ihrem Blutzucker und der geplanten Bewegung ab. Klären Sie das bitte mit Ihrer Praxis. Wir helfen Ihnen gern, die Fragen für den Termin vorzubereiten.

Viele Sensoren sind für kurze Zeit wasserfest. Wie lange und wie tief, steht in der Gebrauchsanweisung Ihres Systems. In der Apotheke schauen wir gern gemeinsam nach.

Quellen

Fachliche Prüfung durch Eva Schraut ausstehend · Stand: Oktober 2026

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