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Kind mit Diabetes: gut vorbereitet in Kita und Schule

Eva Schraut

Eva Schraut

Fachapothekerin für Allgemeinpharmazie · Schwerpunkt Diabetes

Ein offener bunter Schulrucksack neben einer Brotdose mit Apfelstücken, einer Trinkflasche und einer kleinen Dose Traubenzucker

Kurz gesagt

Ein Kind mit Diabetes kann ganz normal Kita und Schule besuchen. Wichtig ist ein schriftlicher Notfallplan, ein ausführliches Gespräch mit den Betreuungspersonen und klare Absprachen zu Mahlzeiten, Sensor-Alarmen, Sport und Ausflügen. Traubenzucker und Notfallset gehören immer in die Nähe des Kindes.

Dabei sein wie alle anderen

Kinder mit Diabetes – meist ist es Typ-1-Diabetes – haben dasselbe Recht auf Kita und Schule wie alle anderen Kinder. Sie können spielen, toben, Sport machen und an Ausflügen teilnehmen. Damit das sicher gelingt, brauchen die Erwachsenen vor Ort etwas Wissen und klare Absprachen.

Viele Eltern haben Sorge, das Kind aus der Hand zu geben. Erzieherinnen und Lehrkräfte wiederum fürchten, etwas falsch zu machen. Ein gutes Übergabegespräch nimmt beiden Seiten viel Unsicherheit. Planen Sie dafür ausreichend Zeit ein – am besten vor dem ersten Tag und dann jedes Schuljahr neu.

Beziehen Sie Ihr Kind altersgerecht mit ein. Schon jüngere Kinder können lernen, Anzeichen eines Unterzuckers zu benennen und Bescheid zu sagen. Ältere Kinder übernehmen oft schon viel selbst. Sie brauchen trotzdem Erwachsene, die im Notfall wissen, was zu tun ist.

Der Notfallplan: schriftlich und gut sichtbar

Herzstück ist ein schriftlicher Notfallplan, den Sie mit der Diabetesambulanz oder der Kinderarztpraxis erstellen. Er beschreibt, woran man bei Ihrem Kind einen Unterzucker erkennt, was dann zu tun ist und wann der Notruf 112 gewählt werden muss. Dazu gehören Ihre Telefonnummern und die der behandelnden Praxis.

Hängen Sie den Plan dort auf, wo ihn alle finden, und geben Sie eine Kopie für Vertretungen und Ausflüge mit. Zeigen Sie den Betreuungspersonen, wo Traubenzucker, Messgerät und gegebenenfalls das Notfallmedikament liegen. Das Notfallset gehört immer in die Nähe des Kindes – auch in der Turnhalle und auf dem Pausenhof.

  • Typische Anzeichen von Unterzucker bei Ihrem Kind
  • Was sofort zu tun ist – Schritt für Schritt
  • Wann der Notruf 112 nötig ist
  • Telefonnummern von Eltern und Praxis
  • Ort von Traubenzucker und Notfallset

Zum Ausprobieren

Übergabe an Erzieherinnen und Lehrkräfte

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Notfallplan

Material

Alltag

Vertretung

Notfallkarte erstellen

Die Liste wird nicht gespeichert. Den Notfallplan erstellen Sie gemeinsam mit der Diabetesambulanz oder Kinderarztpraxis.

Sensor, Pumpe und Alarme verstehen

Viele Kinder tragen heute einen Sensor, oft auch eine Insulinpumpe. Erklären Sie den Betreuungspersonen, was die Werte und Pfeile bedeuten und welche Alarme es gibt. Klären Sie, wer bei einem Alarm reagiert, ob das Handy des Kindes im Unterricht eingeschaltet bleiben darf und ob Sie die Werte aus der Ferne mitverfolgen.

Legen Sie gemeinsam fest, was bei einem Alarm für niedrige oder hohe Werte passiert. Wer hilft beim Messen? Wer gibt Traubenzucker? Wen ruft man an? Je klarer diese Absprachen sind, desto ruhiger bleibt der Alltag für alle.

Mahlzeiten, Sport und Ausflüge

Besprechen Sie, wann gegessen wird und wer darauf achtet, dass Ihr Kind sein Frühstück oder Mittagessen isst. Fällt eine Mahlzeit aus oder ist ein Geburtstagskuchen geplant, sollte jemand Bescheid geben. Ob und wie Insulin vor dem Essen gegeben wird, regelt der Behandlungsplan.

Beim Sport und an Wandertagen sinkt der Blutzucker oft stärker. Packen Sie zusätzlich Traubenzucker und eine kleine Mahlzeit ein. Bei Klassenfahrten lohnt ein eigenes Vorgespräch: Wer begleitet, wer ist nachts erreichbar, wo wird Insulin gelagert? Auch hier hilft eine Checkliste, an alles zu denken.

Unterstützung, die Sie nutzen können

Die Diabetesambulanz Ihres Kindes hilft oft beim Erstellen des Notfallplans und bietet teilweise Schulungen für Betreuungspersonen an. Benötigt Ihr Kind Hilfe beim Messen oder Spritzen, kann unter Umständen eine Schulbegleitung oder ein Pflegedienst unterstützen. Dazu beraten Ambulanz, Krankenkasse oder Jugendamt.

Eine Diabetes-Notfallkarte im Rucksack oder Portemonnaie ist eine gute Ergänzung zum Notfallplan. Sie können sie mit unserem Werkzeug selbst erstellen und ausdrucken. In der Rur-Apotheke beraten wir Sie gern zu Traubenzucker, Messzubehör und dem Notfallset.

WerkzeugNotfallkarte erstellenIhre Diabetes-Notfallkarte im Scheckkartenformat – zum Ausdrucken.Jetzt öffnen

Häufige Fragen

Ja. Wir beraten Sie in der Kleinen Kölnstraße 16, was in das Notfallset gehört und welcher Traubenzucker sich für Kinder eignet. Viele Hilfsmittel werden ärztlich verordnet.

Dazu sind sie nicht verpflichtet. Viele helfen freiwillig nach Einweisung. Ist mehr Hilfe nötig, kann eine Schulbegleitung oder ein Pflegedienst unterstützen. Fragen Sie dazu Ihre Diabetesambulanz oder Krankenkasse.

Mindestens zu jedem neuen Kita- oder Schuljahr und immer dann, wenn sich die Therapie ändert, etwa durch einen neuen Sensor oder eine Pumpe.

Traubenzucker, eine Zwischenmahlzeit, Messgerät oder Sensor-Lesegerät, der Notfallplan und die Telefonnummern der Eltern. Nutzen Sie gern unsere Übergabe-Checkliste.

Quellen

Fachliche Prüfung durch Eva Schraut ausstehend · Stand: Oktober 2026

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