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Prädiabetes: Risiko früh erkennen und gegensteuern

Eva Schraut
Fachapothekerin für Allgemeinpharmazie · Schwerpunkt Diabetes

Kurz gesagt
Bei Prädiabetes sind die Blutzuckerwerte erhöht, aber noch nicht so hoch wie bei Diabetes. Es ist eine Vorstufe, aus der sich Typ-2-Diabetes entwickeln kann – aber nicht muss. Mehr Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, ein Rauchstopp und bei Übergewicht eine Gewichtsabnahme können das Risiko deutlich senken.
Was Prädiabetes bedeutet
Prädiabetes beschreibt einen Zustand, in dem der Blutzucker über dem Normalbereich liegt, die Grenzwerte für Diabetes aber noch nicht erreicht sind. Oft reagieren die Körperzellen bereits weniger empfindlich auf Insulin. Man spürt davon meist nichts.
Prädiabetes ist ein Warnsignal, aber kein Schicksal. Viele Menschen mit Prädiabetes entwickeln über die Jahre einen Typ-2-Diabetes. Gleichzeitig ist in dieser Phase besonders viel zu gewinnen: Wer jetzt seine Gewohnheiten ändert, kann den Blutzucker oft wieder normalisieren oder einen Diabetes zumindest hinauszögern.
Typische Risikofaktoren
Einige Risikofaktoren lassen sich nicht beeinflussen, etwa das Alter oder Diabetes in der Familie. Andere hängen mit dem Lebensstil zusammen und lassen sich verändern. Je mehr Faktoren zusammenkommen, desto höher ist das Risiko.
Frauen, die in einer Schwangerschaft einen Schwangerschaftsdiabetes hatten, haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko und sollten ihre Werte regelmäßig kontrollieren lassen.
Wichtig zu wissen: Prädiabetes macht in der Regel keine Beschwerden. Viele Menschen erfahren davon nur zufällig, etwa bei einer Blutuntersuchung im Rahmen eines Check-ups. Gerade wer mehrere der genannten Risikofaktoren hat, sollte seine Werte deshalb regelmäßig überprüfen lassen – auch wenn er sich völlig gesund fühlt.
- Übergewicht, besonders am Bauch
- Wenig Bewegung
- Diabetes bei Eltern oder Geschwistern
- Höheres Lebensalter
- Bluthochdruck und erhöhte Blutfette
- Rauchen
- Schwangerschaftsdiabetes in der Vorgeschichte
Zum Ausprobieren
Was senkt das Risiko? Die Gewohnheits-Waage
Tippen Sie an, was Sie schon tun oder sich vornehmen.
Zum Diabetes-Risiko-CheckSymbolische Darstellung – keine Berechnung Ihres persönlichen Risikos. Eine Diagnose stellt nur die Arztpraxis.
Gegensteuern: was wirklich hilft
Die wirksamsten Schritte sind keine radikalen Diäten, sondern dauerhafte, kleine Veränderungen. Regelmäßige Bewegung verbessert die Insulinwirkung schon nach kurzer Zeit. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Vollkorn und wenig gesüßten Getränken entlastet den Blutzucker. Bei Übergewicht kann bereits eine moderate Gewichtsabnahme viel bewirken.
Ein Rauchstopp senkt das Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusätzlich. Auch ausreichend Schlaf und weniger Dauerstress spielen eine Rolle. Unterstützung gibt es zum Beispiel durch Präventionskurse der Krankenkassen, die oft bezuschusst werden. Fragen Sie bei Ihrer Kasse nach.
Hilfreich ist, Veränderungen in den Alltag einzubauen, statt sie zusätzlich zu planen. Wer kurze Wege zu Fuß oder mit dem Rad erledigt, nach dem Essen eine Runde dreht und gesüßte Getränke durch Wasser oder ungesüßten Tee ersetzt, hat schon viel erreicht. Auch die ganze Familie profitiert davon – und gemeinsam fällt es leichter, dranzubleiben.
Check-up beim Hausarzt und Risiko-Check
Gesetzlich Versicherte können ab 35 Jahren regelmäßig einen Gesundheits-Check-up in der Hausarztpraxis wahrnehmen. Dabei werden unter anderem Blutzucker und Blutfette bestimmt. Nur eine ärztliche Untersuchung kann Prädiabetes oder Diabetes feststellen.
Einen ersten Eindruck, ob bekannte Risikofaktoren auf Sie zutreffen, gibt Ihnen unser Diabetes-Risiko-Check. Er dauert nur wenige Minuten. Das Ergebnis ist keine Diagnose, aber ein guter Anlass, das Thema beim nächsten Arzttermin anzusprechen.
Nehmen Sie zum Termin am besten eine Liste mit: bekannte Erkrankungen in der Familie, Ihre aktuellen Medikamente und Fragen, die Sie stellen möchten. Fragen Sie auch, wann eine erneute Kontrolle sinnvoll ist. So behalten Sie den Verlauf gemeinsam mit Ihrer Praxis im Blick.
Neu: Prävention in der Apotheke
Mit dem Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz vom Juni 2026 sind neue pharmazeutische Dienstleistungen vorgesehen, darunter eine Beratung mit Messungen zu Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Die Einzelheiten werden derzeit noch verhandelt.
Wir bereiten uns darauf vor – fragen Sie uns. Bis dahin beraten wir Sie gern zu Bewegung, Ernährung und Rauchstopp und helfen Ihnen, Ihre Fragen für den Termin in der Praxis vorzubereiten.
Häufige Fragen
Quellen
- diabinfo.de – Was ist Prädiabetes?
- diabinfo.de – Was erhöht das Risiko für Typ-2-Diabetes?
- Robert Koch-Institut – Diabetes-Prävalenz
- Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 195 (Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz)
Fachliche Prüfung durch Eva Schraut ausstehend · Stand: Oktober 2026



